Meine Meinung, OOTD

Gekaufte Follower – Influencer am Scheideweg!

Seit knapp sieben Jahren ist mein Blog nun schon fester Bestandteil meines Lebens! Was damals aus einer Laune heraus entstand, hat sich mit den Jahren zum zweiten Vollzeitjob entwickelt. Lange nicht alles, was sich in dieser Zeit verändert hat. Neben meiner Person hat sich auch meine Plattform selbst verbessert. So war ich 2011 der Meinung, ein Blogbeitrag zu meinem mittaglichen Knäckebrot wäre relevanter Content. Naja, ich war jung, unerfahren und brauchte das Geld! Okay, letzteres ist gelogen! Zu dieser Zeit, war mir nämlich nicht bewusst, dass aus einem Blog jemals ein Goldesel werden könnte. Beim Wort Influencer dachte man damals noch an einen Virusinfekt und Instagram diente der Inspiration, statt der Geldwäsche. Ganz ehrlich, ich hasse den Begriff Influencer! Wieso ich ihn trotzdem verwende? Nun, er verbessert durch die richtige SEO-Optimierung mein Google-Ranking! A propos Google. Gibt man das Wort in die Suchleiste ein, erhält man aktuell folgende Beiträge an der Spitze: „So viel verdienen Influencer mit einem einzigen Post“, „Influencer Marketing Academy“ und „Influencer werden – Der ultimative Guide für Instagrammer“. Das allein repräsentiert eindrucksvoll die bedauerliche Entwicklung der Branche. Während die Anzahl an Blogs zu meiner Anfangszeit noch durchaus überschaubar war, schießen sie mittlerweile an jeder Straßenecke aus dem Boden. Im Jahre 2018 ist jedes noch so kleine Kuhkaff Heimat von mindestens 20 Influencern. Eine Plattform mit Wort und Schrift ist hierfür längst nicht mehr nötig! Die Ansprüche scheinen proportional zum Niveau zu sinken, weshalb Instagram vollkommen ausreicht um fame zu werden und den Goldsack zu füllen. Für den ein oder anderen mag das hart klingen, aber ich möchte dem Thema damit etwas Nachdruck verleihen. Ein bisschen Sarkasmus gehört daher dazu.

MIT DEM BLOG GELD VERDIENEN? VOLLKOMMEN OKAY!

Shirtkleid, Beanie, Tasche – H&M | Schal – Zara | Lederchucks – Converse

REICHWEITE BESTIMMT DAS BUDGET – BETRUG DURCH GEKAUFTE FOLLOWER

Wo das eigentliche Problem am tragischen Wandel der Influencerbranche liegt? Vermutlich an der Budgetplanung. Während man, vor Jahren, seine Plattform noch aus Spaß an der Freude betrieben hat, werden Instagram und Co heute als Geldquelle genutzt. Ähnlich einem Basar, werden hier tagtäglich Geschäfte abgewickelt. Traumberuf Instagrammer oder Youtubestar – klingt verrückt, ist zum aktuellen Zeitpunkt aber machbar. Tatsächlich soll dieses Faktum auch nicht Gegenstand des Beitrags sein! Ich habe absolut kein Problem damit, wenn man in diesem Feld für seine Arbeit entlohnt wird. Bezahlte Werbung darf gerne mal untergebracht werden, solange sie nicht überhand nimmt. Gerade bei Blogs halte ich es für durchaus gerechtfertigt, da die Beiträge wesentlich mehr Substanz bieten. Abgesehen davon sind Kosten, Informationsgehalt und Zeitaufwand, verglichen mit Instagram, bedeutend höher. Was mich in Zuge dessen aber deutlich stört, ist die Bauernfängerei. Es ist keine Frage, dass das Posting einer bekannten Modeikone, für ein Unternehmen, wesentlich ertragsbringender ist, als das einer durchschnittlichen Bloggerin. Hier wird momentan, in meinen Augen, aber etwas zu viel Gewicht auf Reichweite gelegt. Ein Sachverhalt, der dieses Milieu zu ruinieren scheint! Firmen verplanen ihre Budgets nach Followerzahlen und bringen somit ein gefährliches Fass in’s Rollen! Um auf dem Markt weiterhin interessant zu bleiben, beginnen Influencer ihre Zahlen zu manipulieren! Dass man seine Daten, mit dem nötigen Kleingeld, etwas pushen kann, ist längst kein Geheimnis mehr. Dass es Plattformen gibt, mit denen das für Jedermann einsehbar ist, aber eigentlich auch nicht. Bei Socialblade muss man sich beispielsweise nicht einmal einen Account anlegen, um den Betrug, im detailierten Diagramm, nachvollziehen zu können. Die Reichweite und der eigene Marktwert werden gesteigert, die Glaubwürdigkeit bleibt dabei allerdings auf der Strecke. Eine traurige Tatsache, die viele Firmen immer noch nicht zu interessieren scheint. Gekaufte Follower sind eine Art Trendsport geworden und schaden dem Ruf derer, die ihre Plattform auf ehrliche Weise führen.

GEKAUFTE FOLLOWER – OHNE MICH!

Ich denke ich kann zurecht stolz darauf sein, mich zu den wenigen dieser Gattung zählen zu dürfen. Vielleicht ist es Charaktersache, vielleicht auch einfach mein Alter. Ich möchte auf diesen Zug einfach nicht aufspringen, da ich sicher bin, dass er früher oder später entgleisen wird. Seit einem Jahr hat sich meine Followerzahl auf Instagram kaum verändert. Sicher nicht befriedigend, wenn man sich mit seinem Feed doch eigentlich Mühe gibt! Und trotzdem kämen gekaufte Follower für mich nie in Frage. In meinen Augen würde ich mich damit schlichtweg selbst anlügen. Es ist keine Frage: Auch ich freue mich, wenn mich PR Samples oder bezahlte Kooperationen erreichen. Sind diese für meine Leser interessant und passen zu mir und Lavie Deboite, nehme ich sie auch freudestrahlend entgegen! Komme ich, aufgrund einer fehlenden Reichweite, für eine Zusammenarbeit nicht in Frage oder erhalte deshalb weniger bis kein Budget, ist das tragisch, jedoch kein Weltuntergang. Im Fokus sollte nämlich immer noch der eigentliche Sinn einer solchen Plattform stehen. So möchte ich Euch in erster Linie inspirieren, unterhalten und informieren. Nicht immer mit dem ultimativen Mehrwert, dafür aber mit Leidenschaft. Es ist eben zum größten Teil doch nur Hobby und auch ich habe Schreibblockaden oder kreative Flauten. Ich möchte nicht stundenlang vor meinem Smartphone sitzen um den Instagram-Algorithmus zu überlisten. Stattdessen möchte ich Euch viel lieber neue Produkte vorstellen, Festivals empfehlen oder Outfits präsentieren. Gerade letzteres bereitet mir immer noch große Freude! Und so gibt es auch heute wieder einen neuen Look. Einen lässigen – ähnlich meiner Einstellung zum behandelten Thema. Ein Streetstyle, der so bodenständig ist wie mein Blog. Ohne Designerstücke und Statussymbole. Einfach nur H&M, Zara und Zalando. Selbstbewusst würde ich behaupten, dass das auch absolut nichts zur Sache tut! Ich feiere den Look, der fast ausschließlich aus Lieblingsteilen besteht. Dabei bilden das sportliche Shirtkleid, die schwarze Lederjacke und weisse Chucks aus Leder das Grundgerüst. Unterstützt durch Accessoires in mädchenhaftem Rosa. Während ich die Beanie mit Schriftzug im H&M Sale ergattern konnte, ist die kleine Handtasche mit Schmucksteinen aus der aktuellen Kollektion. Und weil schließlich immer noch Winter ist, durfte der Basicschal von Zara natürlich nicht fehlen. Übrigens alles selbst gekauft, weil ich zu wenig Reichweite habe, um mich von den entsprechenden Labels ausstatten zu lassen! By the way: Mir ist bewusst, dass ich mich bei dem ein oder anderen Kollegen mit diesem Beitrag unbeliebt mache, aber vielleicht sollte man sein Handeln an dieser Stelle mal überdenken. Ich möchte diesem Wahnsinn einfach entgegenwirken und unseren Ruf wahren. Es ist ja nicht so, als wären Blogger in der Gesellschaft nicht schon verhasst genug! Bietet ihnen nicht noch mehr Grund dafür, denn ich möchte das gerne noch eine Weile machen.

WIE STEHT IHR ZUM THEMA GEKAUFTE FOLLOWER?

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6 Comments

  • Reply Liz MiniMe 8. Februar 2018 at 09:42

    uuuh, ich ahne schon, wie sie jetzt alle hier schreien – Nein, ich mach das nicht! Nie, nie nie, würde ich das wagen…usw.
    Fakt ist aber, wenn man gerne Youtuber sein mag, dann braucht man Follower. Die kommen nicht einfach so geflogen…, und dann sehen einen die Firmen nicht, aber eigentlich will an ja an die ran, gar nicht an die Follower. Die Follower sind leider inzwischen total egal. Also kann man ja auch welche Kaufen, dann kommt man an die Firmen, denn da sitzt das Geld 🙁
    Es ist so schade, das Blogs, Insta und YouTube scheinbar nicht mehr für die Follower gemacht wird…
    Ich frage mich immer wie Accounts mit 10 Videos / 50 Pics auf einmal mehrere Tausends Follower haben – DAS GEHT DOCH GAR NICHT! Trotzdem scheint es für Newcomer die einzige Möglichkeit an die Kohle zu kommen…. unglaublich schade!
    Ich schließe mich dir an, mein Blog ist jetzt über 3 (oder halt, sind es schon vier?) Jahre alt. Alles ist organisch gewachsen. Mit Höhen und Tiefen. Und es macht mir nach wie vor Spaß und ich liebe und lebe mit meinem Blog. Ich hoffe, das sowohl Follower, als auch Firmen das schätzen und MiniMe-is.com lesen und unterstützen.
    Viele liebe Grüße,
    Liz MiniMe

    • Reply Nora 13. Februar 2018 at 15:19

      Ich glaube du triffst damit den Punkt — es ist schade dass es mittlerweile eben nicht mehr ums Wesentliche geht. Es geht nicht darum was man selbst schön findet. Auch nicht darum was man eigentlich liebt oder macht, sondern darum wie man es am besten verkauft. Wie man davon den größten Profit für sich selbst zieht und wenn’s gut läuft auch auf natürliche Weise einige linkes und Follower dazu gewinnt. Wenn es nicht schnell genug geht, dann wird eben getrickst — ist ja auch echt einfach. Ich bekomme täglich Werbung dafür. Fraglich ist, wieso keiner etwas dagegen tut? Gerade Instagram könnte das unterbinden. Ich fand’s tatsächlich sogar schön, wenn Instagram einfach jedem, der sich selbst betrogen hat, von vorne anfangen lassen würde. Einfach mal die Reichweite und Follower entziehen und diejenigen bestrafen die sich mit diesem Betrug bereichern wollten.

      Das wird aber vermutlich nicht passieren, weil diese Plattformen ja selbst zahlen um ihre Reichweite zu erhöhen — sprich Instagram selbst profitiert ja auch davon. Schade eigentlich… keine Ahnung wie oder was man dagegen tun kann. Vermutlich hilft es einem nur, wenn man seine eigene Seite als Tagebuch und schöne Erinnerung sieht und den Rest einfach aus ausblendet.

      Liebste Diana, ich hoffe ich seh dich heute Abend noch

  • Reply Gunda von Hauptsache warme Füße! 9. Februar 2018 at 10:16

    Klasse. Schon als Du diesen Beitrag auf Insta ankündigtest, hoffte ich, er würde so ausfallen wie er nun auch ausgefallen ist! Ich bin in ALLEM ganz bei Dir – sowohl beim kompletten Textinhalt (halte überhaupt nichts von der Kommerzialisierung der ganzen „privaten“ Blogs und von gekauften Followern und Manipulationen schon mal gar nichts!) als auch bei Deinem Outfit! Die Kombi aus Schwarz und Rosa gefällt mir an Dir ganz hervorragend, aber Deine Fotos gefallen mir ohnehin fast immer ganz hervorragend. Muss wohl an Deinem Gesicht liegen. 😉 🙂

    Lieben Gruß
    Gunda

  • Reply bknicole 9. Februar 2018 at 18:04

    Ich liebe deinen Look, der ist wahnsinnig schön und den würde ich genau so tragen. Mag so lässig Kombinationen im Moment auch und habe mir sogar erst einen ganz ähnlichen Rock gekauft, der dem Abschluss deines Kleides ähnelt und auch von H&M stammt. Ich finde es toll, dass du auch solche Marken auf deinem Blog zeigst, denn Designer Label kann ich mir als Studentin schlichtweg nicht leisten. Bei dir kann ich mir immer wunderbar Outfitinspirationen holen, die auch in meinem Budget vorhanden sind.

    Was den Text anbelangt: Stimme ich zu 100 Prozent zu. Gekaufte Follower, auf den Zug möchte ich auch nicht aufspringen und bin genervt von der Entwicklung. Bei Instagram geht es mir wie dir: Meine Followerzahl stagniert seit Monaten obwohl ich poste, kommentare schreibe und like, aber ich möcht eauch nicht mein komplettes Leben da reinstecken und bin wohl für den Algorhitmus zu inaktiv. Von Bots halte ich aber auch nichts, die für mich liken und kommentieren. Ich mache das selbst und ehrlich und finde es schade, dass das nicht honoriert wird. Am Ende des Tages gibt es aber wichtigere Dinge: Das echte Leben mit all den Menschen, die es besonders machen. Für Instagram möchte ich dementsprechend nicht mehrere Stunden am Tag aufwenden.

  • Reply Anna 10. Februar 2018 at 17:44

    Hach, da hast du genau meine Gedanken zusammengefasst. Obwohl bei mir wahrscheinlich noch die Wörter „armselig“ und „krankhaft“ gefallen wären… 😉

    Ich kann einfach nicht nachvollziehen, wie sich so viele Menschen selbst belügen bzw. daran aufgeilen, da irgendwo ne hohe Zahl stehen zu haben und dafür auch noch Geld auszugeben?!

    Vielleicht bin ich zu geizig oder einfach zu selbstbewusst für sowas, aber ich verstehe solche Menschen einfach nicht. Die machen doch im Endeffekt nur sich selbst was vor?!

    Vielleicht liegt es aber auch daran, wie du schon schreibst: wir haben damals mal (ich übrigens auch vor 7 Jahren und so lange folg ich dir auch schon!) Aus Spaß an der Freude mit dem Bloggen angefangen. Niemand hat damald damit rechnen können, dass das Ganze mal zu nem Marketingobjekt wird. Heute starten viele und fragen nach eoner Woche, wie sie denn jetzt an Kooperationen kommen (boa, da bekomm ich immer das kotzen, sorry…).

    Also ein Hoch aif uns, die Alteingesessenen, die Ehrlichen mit nicht ganz so vielen, aber dafür echten Followern!

    Ganz liebe Grüße
    Anna

  • Reply Ben 11. Februar 2018 at 13:20

    Hey Diana,
    das ist eine ganz normale und erwartungsgemäße Entwicklung. Wenn etwas populär wird, springen immer mehr Leute auf. Manche sehen es einfach und wollen es nachmachen, weil es einfach aussieht. Leute, die einfach Teil eines Phänomens sein und dazu gehören wollen. Natürlich auch solche, die den Erfolg sehen und ihn mit möglichst wenig Aufwand reproduzieren wollen. Auch solche, die von Anfang an nichts Gutes im Schilde führen, die Content stehlen oder betrügen.
    Aber das wird auch wieder abebben und das Interesse wird sich verlagern. Die Kids von morgen werden sich vielleicht GPS-Chips und Kameras einpflanzen und ein komplett transparentes und gleichzeitig fremdgesteuertes Leben führen. Oder sie lesen wieder Bücher oder Gärtnern. So wie im Mittagsprogramm erst Talkshows, dann Gerichtssendungen und jetzt Scripted Reality-Sendungen laufen. Oder zu Beginn des Internets.

    Niemand kann das vorhersehen, aber Fakt ist, es wird sich immer etwas ändern. Egal wie, vielleicht werden Fake-Follower ausgesiebt oder die Unternehmen entdecken neue und bessere Werbemöglichkeiten. Oder es kommt eine neue App oder Technologie, die alles bestehende wegfegt und den Markt neu aufrollt. Vielleicht setzen sich auch einfach welche zur Ruhe, weil sie die Taschen voll haben und es sich für sie nicht mehr rentiert, ihr Privatleben zu verkaufen. Oder entwickeln sich so weiter, dass sie nicht mehr von großen Handelskonzernen zu unterscheiden sind. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es irgendwann schlicht langweilig.
    Und danach werden nur die stärksten, ausdauerndsten und flexibelsten übrig bleiben. Und das sind nicht unbedingt die, die sich gegen die Entwicklung streben, die die Nachkömmlinge wegbeissen, die Branche kritisieren oder mit der Gesamtsituation unzufrieden sind. Sondern die, die Qualität produzieren, offen für Neues, authentisch und einfach interessant sind. Und, ohne dir das grundsätzlich im Geringsten absprechen zu wollen, man wird nicht authentisch, indem man „ich bin authetisch“ ruft. Das sieht man auch so.

    Liebe Grüße,
    Ben

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