Travel

Travel Diary Sardinien Part 2 Alghero

Nachdem wir zwei Tage lang die schönsten Strände um die Costa Smeralda erkundet hatten (Link zum Beitrag), sollte es für uns weiter nach Alghero und in den Nordwesten gehen. Unser dritter Tag startete gänzlichst entspannt meinerseits. In absoluter Urlaubsstimmung schaltete ich den Wecker einfach direkt aus und kuschelte mich nochmal neben die Bratwurst. Eine halbe Stunde vor dem ursprünglichen Check Out öffneten wir also ausgeruht und ausgeschlafen unsere Äuglein um dann in komplette Panik zu verfallen. Koffer packen, frühstücken und Cadillac beladen. Alles im Eiltempo. Und dann Ciao Costa Smeralda und auf nach Alghero. Wir cruisten die Serpentinen entlang, Kraftklub schepperte aus der Anlage und ich hielt mein Näschen in den warmen Fahrtwind. Um unsere Freiheit, unsere Ungebundenheit und das neu entdeckte Hippiegefühl vollends auszuleben hielten wir dort wo es uns passte und gefiel. In dem malerischen Bergdörfchen Sant’Antonio di Gallura tranken wir den günstigsten und besten Cappuccino unserer Reise. Bevor es weiter ging flanierten wir noch durch die Ortschaft und schauten uns die Kirche an.

DAS BAIA HOLIDAY CAMPINGRESORT LAGUNA BLU IN FERTILIA

Nachdem wir uns im Isuledda so wohlfühlten, entschieden wir uns den Baia Holiday Resorts auch in Alghero treu zu bleiben. Never change a winning team! Das Resort Laguna Blu liegt in Fertilia, circa 10 Fahrtminuten vom Stadtkern Alghero entfernt. Der Ort ist überschaubar, ohne weitere Sehenswürdigkeiten, ruhiger und preiswerter als das benachbarte Alghero. Das Highlight in diesem Ort sind die entspannten und schönen Strände, sowie das Laguna Blu. Wie ein malerisch, verträumtes Hippiedorf. Hier wohnt man fernab von jedem Zeitgefühl. Im Laguna Blu wirkt alles viel entspannter. Man ist mitten in der Natur, der Strand direkt gegnüber von der Straße. Große Eukalyptusbäme spenden Schatten. Die Anlage bietet – wie schon das Isuledda – klassische Campingplätze und eine Vielzahl an verschiedenen Mobile Homes. Wir machten es uns in einem der Resortzimmer bequem. Das „Dorf“ selbst bietet alles was das Herz begehrt. Neben einem Restaurant (Meeresfrüchte!) gibt es einen tollen Kinderspielplatz und ein Fitnessstudio für die Erwachsenen zum rumtollen. Wie man es von uns erwartet, machten wir natürlich einen großen Bogen um letzteres und konzentrierten uns weniger auf den Muskel- als auf den Bauchspeckaufbau. Yolo Mentalität quasi. Francesco, der Manager, hieß uns herzlich willkommen und verriet uns gleich seine Geheimtipps für Alghero und Umgebung. Grazie mille! Wir verräumten unsere sieben Sachen im Resortzimmer. Mit 15 qm, Doppelbett, Kühlschrank, sauberem Badezimmer mit Dusche und WC und einer wunderschönen Terrasse, die zum abendlichen Weintrinken einlud, waren wir mehr als zufrieden gestellt.

DIE SCHÖNSTEN STRÄNDE RUND UM ALGHERO

Zwar bot das Laguna Beach einen eigenen Strand direkt vor der Haustür, aber wir waren gespannt auf Francescos Empfehlungen und bretterten los. Der erste Stop sollte der Lazzarretto Beach werden. Vorher wollten wir in einem lokalen Markt aber noch schnell Sonnenmilch holen. Über Stock und Stein folgten wir den Wegweisern Richtung Market. Langsam bekamen wir Angst, dass es uns den Cadi zerfetzt. Die Reifen wurden auf eine harte Belastprobe gestellt. Nach 25 Minuten durchs sardische Nichts und 6394 nicht jugendfreien Schimpfwörtern von Tatjana, erreichten wir den Markt. Der natürlich – willkommen im Süden – gerade Siesta machte. Wir verabschiedeten uns gedanklich mal wieder vom UV geschützten Sonnenbad und kehrten zur Spiaggio del Lazarretto zurück. In der Bucht hat man eine wunderschöne Aussicht auf Alghero. Ein Restaurant mit großer Terrasse bietet Verpflegung und es wartet wieder feiner Sandstrand. Nachdem der Strand jedoch verhältnismäßig voll war (Ihr erinnert euch. Wir waren jetzt ja alternative, Anti-Pauschaltouristen – in Wahrheit waren wir zu diesem Zeitpunkt schon resozialisiert) entschieden wir uns doch lieber die benachbarte Spiaggia del Bombarde aufzusuchen. Funfact: Die Namen der Spiaggias Bombarde und Lazzaretto kommen nicht von ungefähr. Der Bombarde soll an die Bombardierung Algheros erinnern. Der Lazzaretto hingegen, trägt seinen Namen, da dort die Verwundeten aus dem Krieg versorgt wurden. Wir blieben an der Spiagga del Bombarde. Eine schnuckelige Strandbar mit Strohschirmen und fantastischem Blick, sowie ein grandioses Cocktailangebot überzeugten uns. Wir gaben uns ein paar Stunden dem süßen Dolce far Niente hin. Ich konnte endlich mal wieder ein Buch zur Hand nehmen, während Tatjana seelenruhig neben mir schnarchte. Nebenbei beobachteten wir die wenigen Leute, die sich an die Bucht verirrt hatten. Endlich mal die Seele baumeln lassen, auf das türkisblaue, klare Meer rausblicken und die Gedanken schweifen lassen. Nach soviel Entspannung machten wir uns ungewohnt motiviert und voller Tatendrang auf Francescos nächstem Insidertipp zu folgen – auf ging es zur Capo Caccia.

SONNENUNTERGANG AN DER CAPO CACCIA

Das Kalksteinkap bildet mit schwindelerregenden 168m über dem Meeresspiegel den Abschluss der Steilküste. Auf Empfehlung besuchten wir Capo Caccia am späten Nachmittag, um im warmen Abendlicht den Sonnenuntergang zu genießen. Fast leichtsinnig stiegen wir daher die Escala di Cabirol hinab. Nichtsahnend, dass es 110m in die Tiefe geht. Zur Grotta di Nettuna, Sardiniens schönster und bekanntester Tropfsteinhöhle. Der Anblick war atemberaubend. Die Wellen des Meeres zerschellten am Kap und die Abendsonne tauchte alles in ein märchenhaftes Licht. Auch die Tropfsteinhöhle erinnerte an eine Zauberwelt und glitzerte in der Sonne in wunderschönen Grün- und Blautönen. Leider war es für einen Höhlenrundgang zu spät. Die Grotte schließt um 19 Uhr und hat generell nur bei ruhiger See geöffnet. Also machten wir uns selbstüberschätzt auf den Rückweg um die 654 Stufen zum Parkplatz zu erklimmen. Schweißgebadet und japsend waren wir kurz vorm kollabieren. Sollten all die frittierten Meeresfrüchte am Ende umsonst gewesen sein? Würden wir in diesem Urlaub tatsächlich noch abnehmen? Keine Ahnung wie, aber irgendwann kamen wir oben an. Wir setzten uns auf ein Mäuerchen, um wieder zu Luft zu kommen. Vor allem aber um den faszinierenden Sonnenuntergang zu genießen. Wir wurden nicht enttäuscht. Ganz einsam sahen wir der Sonne zu wie sie ins Meer und das Capo Caccia in gleißendes rotes Licht tauchte. Nach soviel Romantik (& Anstrengung) stand fest: Ab ins Hotelrestaurant. Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen. Wir ließen den Abend mit einer leckeren Pizza ausklingen und fielen erschöpft in unser Bett.

CAMPING VILLAGE LAGUNA BLU IN ALGHERO

Tag zwei in Alghero begann ausnahmsweise mal ohne Augenringe, dafür voller Tatendrang und Elan. Wahnsinn, so ein Urlaub hält wirklich was er verspricht. Wir starteten ungewöhnlich entspannt in den Tag, ließen uns von der hippiesken Atmosphäre des Laguna Blus anstecken und erkundeten bei einem leckeren Cappuccino den Rest vom Resort. Wir nahmen die schönen Stellplätze für die Wohnmobile und Camper in Augenschein und träumten uns selbst schon in einen VW Bus. Für mich übrigens der Inbegriff von Freiheit! Durch die fabelhafte Lage am Stagno di Callich, große und saubere Sanitäranlagen, direkten Stromzugang und eigene Grillstationen erinnert das Camping Areal mehr an Glamping. Ich hätte keine Probleme dort selbst einen VW Bus zu parken und mich gänzlich dem ökofaschistischen Lifestyle hinzugeben. Vielleicht werde ich aber auch einfach nur alt und spießig.

BADESPASS UM ALGHERO – AUSFLUG ZUR SPIAGGIA LA PELOSA

Nichtmal eine Stunde Fahrt mit dem Auto entfernt liegt im Nordwesten, beim bekannten Ferienort Stintino der Traumstrand schlechthin. Die legendäre Spiaggia La Pelosa. DAS Postkartenmotiv schlechthin und ein Paradies, das einen im Glauben lässt in der Karibik zu sein. In der Hauptsaison wohl stark überlaufen, erfreuten wir uns auch hier wieder an wenig Badegästen und einsame Strandabschnitte für uns alleine. Das kristallklare, seichte Wasser, umrahmt von Dünen bot sich als perfekte Fotokulisse an. Also „schnell“ ein paar Schnappschüsse gemacht und den Rest des Tages den Strand genossen. Wir waren von der Schönheit und dem Anblick absolut geplättet. Das Meer war nicht nur angenehm warm, man konnte auch ewig weit reinlaufen. Für mich einer der schönsten Strände, die ich jemals gesehen habe! Nach soviel Entspannung entschieden wir uns den Abend in der Hafenstadt Alghero, Sardiniens zweitgrößter Stadt, ausklingen zu lassen. Das ehemalige Fischerdorf wurde von den Katalanen erobert und ist daher sehr spanisch geprägt. Uns erinnerte es ein bisschen an die Gassen von Barcelona, welche wir letzten Dezember erkundet haben (Link zum Beitrag). Im Abendlicht bummelten wir durch die schöne Altstadt und hielten nach frittierten Meeresfrüchten Ausschau. Das Restaurant Paco gefiel uns auf Grund seiner schönen Außenterrasse und der leckeren Menüzusammenstellung am besten. Für gerade mal 16€ bekamen wir ein Pasta Gericht und – na klar – Meeresfrüchte. Es ist so einfach mich glücklich zu machen. Kein Wunder, dass ich wenig später zufrieden und glücklich ins Bett fiel.

Previous Post Next Post

You Might Also Like

2 Comments

  • Reply Jasmin 1. November 2017 at 21:08

    Bei den Dichten statt Denken Stories hab ich mich so tot gelacht 😀 einfach geil! Und die Fotos von dem letzten Strand – traumhaft *-* und das mit der Grotte fand ich ja auch nice, hab richtig mit euch mitgefühlt! 😀

    • Reply Lavie 20. November 2017 at 22:56

      Ja Tatjana konnte das etwas besser als ich 😀 Reimen kann ich echt nicht sooooo gut! Die Grotte bzw Capo Caccia hätte dir sicherlich auch wahnsinnig gut gefallen!

    Leave a Reply