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Travel Diary Sardinien Part 1 Costa Smeralda

Sardinien, Sehnsuchtsinsel für Hippies und europäische Familien, Wahlheimat für Bikerbosse und Urlaubsziel für die Bratwurst & Schachtel. Wie das schon wieder kam? Wie jedes mal, wenn mein Lieblingsmädchen Tatjana eine Idee hat: Unverhofft, wenig durchgeplant und spontan. Vor 4 Wochen eröffnete mir Tatjana nämlich, dass ihre ursprüngliche Urlaubsbegleitung verhindert ist und ich nun unmöglich das Angebot ausschlagen konnte mit nach Sardinien zu kommen. Nach einem kurzen Kalendercheck, einer Flasche Weißwein und einem kurzen Blick in den Spiegel stand fest: Ich komme mit. Wenn auch ohne passende Bikinifigur. Samstag, Abflugtag. Koffer gepackt, ausgelassene Urlaubsstimmung. Beim ausgedehnten Frühstück und dem schnellen Online Check-In unserer Flüge blieb dem Bratwurstmädchen das Laugenbrötchen im Halse stecken: Gleich geht’s los. Für uns. Die Koffer haben wir nämlich nicht mitgebucht. Ein Nachbuchen war möglich, wohl aber nicht mehr im Budget. Handgepäck hingegegen ist inkludiert. H A N D G E P Ä C K. Das ist das, wo Frauen generell ihre Schminke verstauen. Aber Challenge accepted, der Trend geht zum Minimalismus und somit zum leichten Reisegepäck. Schnell umgepackt, umgeräumt und Sonnenmilch ausgepackt. Kann man ja alles vor Ort kaufen.

URLAUB AUF SARDINIEN: MIT DEM FLUGZEUG AUF DIE INSEL

Sardinien, die zweitgrößte Mittelmeerinsel hat vier Flughäfen, wovon einer aktuell nicht angeflogen wird. Man kann sich also entscheiden ob man nach Olbia (Nordost), Alghero (Nordwest) oder Cagliari (Süden) möchte. Die Lufthansa fliegt Nonstop in ca. 2 Std. mehrmals wöchentlich. Achtung: Zur Hochsaison kann hier schon mal ein Ticket um die 600€ kosten. Daher lohnen sich gerade die Angebote der Billigfluglinien ryanair und easyjet. Dort kann ein Flug schon für 25€ ergattert werden. Wir entschieden uns, optimistisch und völligst unberührt von den Tagesnachrichten, für einen der letzten Flügen der airberlin von Tegel nach Olbia und zitterten bis zum Boarding ob der Flug nun durchgeführt wird. Das Glück war auf unserer Seite, wir schummelten uns mit unserem extrem ausgeweiteten Handgepäck in den Flieger und die Maschine startete pünktlich. Darauf wollten wir anstoßen! Mit einem Lächeln auf den Lippen orderten wir eine Runde Prosecco, um nach unserer Ankunft standesgemäß noch das Glas zu erheben. Unsere Bestellung von zwei Kaltgetränken erwieß sich als Schnäppchen der Reise! Die großzügige Flugbegleitung, wahrscheinlich mit auslaufendem Vertrag, kredenzte uns 3 Sekt und 2 Champagner zum Totalpreis von 8€. Verplant wie ich war, bezahlte ich ohne Nachzurechnen. Doch als ich den skeptischen Blick von Tatjana bemerkte, sichtlich bemüht im Kopf die Rechnung nachzuvollziehen und zu überschlagen, freuten wir uns über den netten Flugbegleiter der offensichtlich unserer Charmoffensive erlag. Prost!

ANKUNFT IN OLBIA: UNKOMPLIZIERTE, KAUTIONSFREIE AUTOVERMIETUNG

Nach einem zweistündigen Flug kamen wir entspannt voller Vorfreude in Olbia an. Wir wollten bewusst einen Mietwagen, um die Insel unkompliziert und ungebunden erkunden zu können. Dabei haben wir uns für die Autovermietung von Fabrizio, einem echten Sarden, entschieden. Der Vorteil: Fabrizio ist unkompliziert, kulant, preiswert. Außerdem ist hier eine Buchung ohne Kaution und Kreditkarte via Email (kraus.italia@googlemail.com) möglich. Tatjana stolperte online, in einem Forum, über sein Angebot und wir können den Service nur uneingeschränkt und vollstens weiterempfehlen. Wir mussten nicht lange warten, wurden nach der Ankunft direkt in Empfang genommen und der Schlüssel wurde uns ausgehändigt. Genauso unkompliziert war auch die Abgabe des Mietwagens. Also unseren Fiat Punto (aka Cadillac) in Empfang genommen, das Gepäck verstaut und dann ging es auch schon zu unserer ersten Etappe.

DER NORDEN SARDINIENS – DIE COSTA SMERALDA

Die Smaragdküste – Sardiniens Antwort auf Reich und Schön ist vorallem für eins bekannt: teure Preise. Ein Cappuccino kann schnell mal bis zu 30€ kosten, von den Unterkünften ganz zu schweigen. Trotzdem bietet der 55km lange Strandabschnitt traumhafte Kulissen und wunderschön klares Wasser. Der Name kommt wahrlich nicht von ungefähr. Unser Sardinien Reisetipp ist daher in der Nebensaison zu reisen. Keine überfüllten Strände, günstige Preise und Silikon- & Designertäschchenfrei. Man warnte uns zwar vor: Vieles hätte in der Nebensaison bereits geschlossen, tatsächlich bereitete es uns aber keinerlei Aufwand und wir waren dadurch null eingeschränkt.

UNSERE UNTERKUNFT: DAS CENTRO VACANZE ISULEDDA

Wir hatten das Glück die ersten beiden Nächte im Centro Vacanze Isuledda unterzukommen. Ein wunderschönes, gehobenes Feriendorf in Traumlage. Auf einer kleinen Halbinsel gelegen bietet das Isuledda zauberhafte, eigene Strände und Unterkünfte nach jedem Geschmack: Ferienbungalows, Campingplätze, Mobile Homes und Resortzimmer – für wirklich jeden was dabei. Egal ob junges Pärchen, scheintote Rentner oder Familie im Defender: Im Isuledda fühlen sich alle wohl. Wir bezogen unser Zimmer, nach einer ca. 45 minütigen Cadillac-Fahrt von Olbia aus und eilten in das Restaurant, das uns noch kulinarisch verwöhnen wollte. Spätestens da kam ich in absolute Urlaubsstimmung. Auf der Karte standen nämlich frittierte Meeresfrüchte. Frittierte Meeresfüchte!!! Mein absolutes Lieblingsgericht und für mich der Inbegriff von La bella Italia (und Kennzeichnungsmerkmal meiner Hüften, by the way). Nach einem leckern Abendessen und einer Flasche Wein am Meer verabschiedeten wir uns ins Bett und freuten uns auf das bevorstehende Sardinienabenteuer.Buona Notte Italia!

SARDINIEN URLAUB – DER ERSTE TAG AN DER COSTA SMERALDA

Nach einem wunderbar erholsamen Schlaf erwachten wir frühmorgens ausgeruht und bereit für Frühstück. Schnell das Bratwurstmadl in den Supermarkt des Baia Holiday Resorts geschickt und ein paar Häppchen kaufen lassen. Nach dem ausgedehnten Frühstück auf dem Balkon unseres Zimmers erkundeten wir das Resort. Der erste Strand präsentierte sich als wahres Camping Paradies. VW Bullies reihten sich neben Defender an der Strandpromenade und brachten das Bratwurstmadl auf Grund der vielen schönen Hippiemänner völligst aus dem Konzept. Schnell eilten wir zum nächsten Strand der komplett vom Golf umspült uns durch seine Puderzuckerqualität überzeugte. Durch Felsen unterbrochen bietet der Strandabschnitt genügend Privatsphäre um sich wohlzufühlen und völligst zu entspannen. Wir nutzten die Gelegenheit und schossen noch ein paar Bilder, total geplättet von der Aussicht, die sich uns dabot. Doch auch wenn es schwer zu glauben ist – die Costa Smeralda wollte weiter entdeckt werden. Wir machten uns daher wieder mir dem Cadillac auf, um die schönsten Strände der Costa Smeralda zu erkunden.

DIE SCHÖNSTEN STRÄNDE DER COSTA SMERALDA

Über Stock und Stein (endlich verstand ich warum so viele Defender auf der Insel unterwegs waren) cruisten wir auf einer wahrlichen Off Pist Route an die Cala Liscia Ruia – dem längsten Strand an der Smaragdküste. Zwischen Portisco und Capriccioli liegt der weiße, lange und unberührte Strand. Mit klarem, türkisen Meer ein echter Traum. Doch wir wollten mehr (Meer). Und so ging es für uns nach zwei Stunden weiter an den nächsten Strand #beachhopping. Die Bratwurst chauffierte uns zielsicher an die Spiaggia Capriccioli – einer meiner schönsten Sardinienstrände. Achtung & Reisetipp: Ein großer, kostengünstiger Parkplätz führt nach links und rechts ab – es lohnt sich tatsächlich ausnahmslos nach rechts zur Spiaggia Capriccioli abzubiegen – der schönere Abschnitt. Hier wartet ein wundervoller und langer Sandstrand auf Euch. Völligst befreit von Büdchen oder sonstigem kommerziellen Scheiß. Wir waren hin und weg von der Kulisse. Da kommt keine hochgelobte Vala di Volpo ran. (Die kann man sich tatsächlich sparen – zu versnobt und zu wenig zu bieten). Den Tag beendeten wir bei einem Dinner im Restaurant „La Vecha Costa“ (hochgelobt durch unseren Reiseführer). Das Ambiente war nett, der Preis okay und das Essen so – naja – ihr merkt die generelle Abstufung. Es war ein cooler Abend – das Essen im Centro Vacanze Isuledda aber wesentlich schmackhafter! Trotzdem fielen wir erschöpft und begeistert in unser Bett.

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5 Comments

  • Reply Jasmin 27. Oktober 2017 at 15:50

    Oh das klingt alles so traumhaft! Irgendwie waren dieses Jahr einige die ich kenne, auf Sardinien oder generell Italien 😀 ist wohl eine Reise wert!

    • Reply Lavie 20. November 2017 at 22:59

      Auf jeden Fall!!! Will auf jeden Fall noch die andere Inselhälfte erkunden! Das ist mit nem Mietwagen schon echt ne geile Sache! Und auf Sizilien hätt ich jetzt auch richtig Bock.

  • Reply Nora 27. Oktober 2017 at 18:48

    Scheintote Rentner 😀 die sind mir aber doch lieber als partywütige Teenies… Ich glaube schon allein wegen der Bilder vom Meer hast du hier jeden von Sardinien überzeugt!

    <3

    • Reply Lavie 20. November 2017 at 23:00

      Definitiv 😀 War auch echt froh, dass um die Zeit nicht allzu viele Familien mit Kindern unterwegs waren. Ich brauch im Urlaub einfach auch mal ein bisschen meine Ruhe und das hat man da um die Zeit definitiv.

  • Reply Travel Diary Sardinien Tag 3 & 4 Alghero - Lavie Deboite 31. Oktober 2017 at 07:02

    […] wir zwei Tage lang die schönsten Strände um die Costa Smeralda erkundet hatten (Link zum Beitrag), sollte es für uns weiter nach Alghero und in den Nordwesten gehen. Unser dritter Tag startete […]

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