Freunde, Liebe

Wie aus Freundschaft Liebe wurde – per Email!

Heute möchte ich Euch zur Abwechlsung an einer ganz persönlichen Liebesgeschichte teilhaben lassen. An meiner Liebesgeschichte! Auf Lavie Deboite tatsächlich etwas ungewohnt! Wie die meisten von Euch bereits wissen, kommen Beziehungen, Affären und Verflossene bei mir eher selten auf den Tisch. Wieso auch? Die sind ja generell mehr für’s Bett gedacht. In diesem Fall muss ich meine alten Gewohnheiten aber einfach mal über Bord werfen. Weshalb? Weil die Entstehung dieser Partnerschaft nicht nur unglaublich schön, sondern mindestens genauso unvorhersehbar war! Über Jahre hinweg schlummerte sie hinter der Fassade „Freundschaft“. Niemand von uns hätte jemals gedacht, dass daraus mehr entstehen könnte. Wie oft haben wir ein Bett geteilt, wie oft die Zähne geputzt, während der andere auf dem Klo saß. Rückblickend betrachtet, hätte es uns von Anfang an klar sein müssen! Spätestens nach unserem ersten gemeinsamen Wochenende, an dem es für’s Gegenüber kein Problem darstellte, wenn mal ordentlich Dampf abgelassen wurde. Schon damals waren wir keine Romantiker! Über die Jahre kristallisierte sich das Ganze bereits langsam heraus. Unsere Freundschaft glich mehr und mehr einer Wochenendebeziehung. Wiesental – Frankfurt, ein Katzensprung für uns. Wie es der Zufall so will, zerbrachen, fast zeitgleich, unserer Beziehungen. Es folgten weitere Hotelübernachtungen, der erste gemeinsame Urlaub und diverse Festivalbesuche. Mit den Wochen und Monaten wurden die Trennungen zunehmend belastender. Ein grauenhafter Zustand, der uns beide in die Alkoholsucht trieb! Die Gefühlswelt stand Kopf und trotzdem hielten wir am Zustand „Freundschaft“ fest. Keine normale, sondern eben eine besondere!

SCHWIEGERTOCHTER GEFUNDEN, WENN AUCH NICHT GESUCHT!

Alles lief gut – bis mich, Ende 2016, eine erschütternde Nachricht erreichte! Der Umzug in eine andere Stadt brachte unser Grundgerüst kurzerzeit zum Wanken. Eine deutlich größere Distanz dezimierte die regelmäßigen Treffen und somit auch den Glaube an eine gemeinsame Zukunft. Wir lebten uns auseinander. Wochenlang hatten wir keinen Kontakt und versuchten eigene Wege zu gehen. Diese gestalteten sich allerdings holpriger als erwartet. Jedes aufkommende Glücksgefühl wurde als unvollständig empfunden, alles machte nur noch halb so viel Spaß. Es fehlte ein Freund an der Seite! Dieser eine Freund, der das Leben so besonders gemacht hat, mit dem man alles teilen konnte und der immer für einen da war. Bei dem man nicht nur lachen, sondern auch heulen konnte. Der Freund, der zu jeder Zeit ein offenes Ohr, Verständnis und einen guten Rat parat hatte. So realisierten wir recht schnell, dass ein Leben ohne den anderen zwar möglich, aber nicht lebenswert wäre. Monatelang kratzten wir in regelmäßigen Abständen die letzten Centstücke zusammen, um dem anderen endlich wieder nah sein zu können. Nach und nach verkürzten wir die Entzugsphasen und verlängerten die gemeinsame Zeit. Wir brachten uns morgens den Kaffee an’s Bett und teilten in der Nacht das letzte Glas Wein. Neue Bekanntschaften und potentielle Verehrer erstickten wir im Keim, wollten dem Thema „Liebe“ aber immer noch nichts abgewinnen! Wie immer war es meine Mutter, die nach jahrelanger Schwärmerei, als erste Verdacht schöpfte! Zwar hielt sich die Begeisterung in Grenzen, ihren Segen bekamen wir trotzdem. Mein erstes Aufeinandertreffen mit der Schwiegermutter in spe verlief dagegen wie am Schnürchen. Im Handumdrehen hatte ich nicht nur ihr Herz, sondern auch ihre Lebesr erobert. Nach der dritten Falsche Wein waren wir beim Du und verabredeten uns zum Shopping am kommenden Mittag. Die Weichen waren also allesamt auf Liebe gestellt, nur wir eben nicht!

SIE HABEN POST! UND EINEN NEUEN LEBENSPARTNER!

Wir benötigten dann doch noch etwas mehr, um uns unserer Liebe bewusst zu werden. Eine Email beendete, mit einem Schlag, das jahrelange Versteckspiel. Zwei längere Berlin-Aufenthalte, zum Jahresbeginn,  hinterließen ihre Spuren. Was für uns selbst noch nicht ersichtlich war, schien für die aufmerksamen Nachbarn glasklar. Was können wir froh sein, dass es auf dieser Welt noch solch wachsame und scharfsinnige Bürger gibt! Man sollte meinen in Berlin hätte jeder seine eigenen Sorgen, aber NEIN … wenn es um die Liebe geht, präsentiert sich unsere Gesellschaft vorbildlich hilfsbereit. Wie auch immer – ihnen haben wir es zu verdanken, dass wir nun endlich wissen, was das zwischen uns eigentlich ist!

WOW!!! Wie konnte das an uns vorbeigehen, wo doch sogar Tatjana’s Vermieter in  bestem Bilde war?! Immerhin kam ich alle paar Wochen mit einem großen Koffer angereist und trug regelmäßig ihre Kleidung auf. Ich entsorgte ihr Altglas, leerte den Müll, kaufte Essen und putzte die Wohnung. Das sind ja wohl ganz klare Anzeichen für eine ernsthafte Beziehung! Wir waren direkt begeistert von dem Gedanke einer gemeinsamen Zukunft und kauften uns im Späti postwendend einen edlen Tropfen, um auf die große Liebe anzustoßen. Was würde uns erwarten? Eine erste gemeinsame Wohnung? Ein adoptiertes Kind? Die Hochzeit mit einer unvergesslichen Party der Spitzenklasse? Nach der vierten Falsche Wein zogen wir sogar ernsthaft in Erwägung, ob an der Sache nicht doch etwas dran sein könnte. Immerhin haben wir am anderen genau das, was wir an Männern so sehr vermissen. Und sind wir mal ehrlich, in diesem Metier haben wir beide nicht das beste Händchen. Aber Nein, wir müssen Freunde, Eltern und Stalker leider enttäuschen. Auch wenn wir sicher ein großartiges und beneidenswertes Pärchen abgeben würden, wir stehen auf Männer. Zwar auf die, die nicht auf uns stehen, aber eben trotzdem auf Männer. Es ist keine Frage, ich liebe mein Bratwurstmadl! Aber eben auf eine andere Art und Weise. Ein bisschen wie eine Schwester, die alles über einen weiß und einen so nimmt wie man ist. Genau deshalb ist sie auch die einzige Frau, die sich an meinen Busen kuscheln darf, während wir Bibi Blocksberg hören.

LIEBE PASSIERT EBEN IMMER WENN MAN SIE NICHT SUCHT!

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8 Comments

  • Reply Jasmin 23. März 2018 at 21:28

    Herrlicher Text 😀 feier euch beiden mega!

    • Reply Lavie 10. April 2018 at 23:47

      Vielen Dank meine Liebe! :-*

  • Reply Nummer Neun 24. März 2018 at 13:55

    Zähne putzen, während der andere auf dem Klo sitzt? Also bitte!

    • Reply Lavie 10. April 2018 at 23:47

      Wir dürfen das!! 😀

  • Reply Anna 28. März 2018 at 08:47

    Oh man, so eine süße „Liebesgeschichte“. Manchmal trifft man einfach den Menschen, der einen am Besten ergänzt und merkt gar nicht, wie viel mehr dahinter steckt – eine wunderbare Freundschaft muss das sein! Lass sie nie wieder gehen!

    Auch, wenn es nicht das erwartete Happy End war – mal wieder ein sehr schöner Beitrag!

    Liebste Grüße
    Anna

    • Reply Lavie 10. April 2018 at 23:48

      Vielen Dank Anna! Es hat auch unglaublich viel Spaß gemacht den Beitrag zu schreiben. Die wohl einzige Fernbeziehung die bei mir jemals funktionieren wird. Bin unendlich dankbar, dass ich so einen tollen Menschen kennengelernt habe.

  • Reply Dany 28. März 2018 at 08:48

    Guten Morgen mein Mäuschen,
    ich muss dir echt sagen: Du verstehst es richtig gut zu schreiben und auch die Leute neugierig zu machen 😉
    Ich musste so schmunzeln als ich den Text gelesen habe und tatsächlich war ich am Anfang irritiert, hatte ich den Verdacht da gäbe es jemand Neues von dem ich nichts wusste und der sogar Tatjana ausgebootet hätte im Rennen um dein Herz!
    Zum Glück trifft beides nicht zu 😉 Ich freue mich schon auf die nächsten gemeinsamen Stories von euch <3 und auf unser nächstes gemeinsames Festival!

    Fühl dich gedrückt,
    Dany

    • Reply Lavie 10. April 2018 at 23:51

      Haha danke Schnucki! Das wird wohl auch für immer mein Meisterwerk bleiben 😀 Selten so viel Freude am Schreiben gehabt. Ich glaube ein Großteil meiner Instagram-Follower denkt immer noch, dass ich mit Patrick zusammen bin^^ Wurd sogar gelöscht von einem mit dem ich mich mal getroffen hab, weil er dachte ich hätte jemand neuen 😀 Sachen gibt’s!!!

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