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Reisetagebuch USA Trip – Smoky Mountains

3. November 2018, 13:25 Uhr – nach 9 1/2 Stunden Flug, 4 Bechern Wein, einer mittelmäßig leckeren Pasta und 7 Stunden Instastories zusammenfügen, schlagen wir auf dem Rollfeld des Charlotte Airport in North Carolina ein. Zum ersten Mal befinde ich mich auf amerikanischem Boden und fühle mich dank des Informationsfilms der American Airlines bestens auf meinen Aufenthalt vorbereitet! Im Bereich der Passkontrolle nicht fotografieren wenn ich einer Festnahme entgehen will – gespeichert! Ich verhalte mich vorbildlich und werde, entgegen aller Voraussagen, sehr herzlich vom Sicherheitspersonal in Empfang genommen. Aussehen und Fingerabdrücke haben scheinbar einen vertrauenswürdigen Eindruck hinterlassen und so können wir recht schnell unseren Mittelklassewagen bei Alamo abholen. Wir entscheiden uns für einen weissen Nissan Versa und stimmen uns mit einem kurzen Abstecher nach Charlotte Downtown auf unseren 2-wöchigen USA Trip ein. Die erste Skyline bevor wir Amerika von einer eher unkonventionellen Seite kennenlernen und in weniger touristische Gefilde weiterziehen.

MILLERS CREEK IN DEN SMOKY MOUNTAINS

Bei strahlendem Sonnenschein geht es über die Interstate 77 weiter Richtung Norden zu unserem eigentlichen Ziel. Einem kleinen Ort in Wilkes County mit knapp 2.000 Einwohnern und einer eher eigenwilligen Verteilung der Wohnhäuser, Mobile Homes und Trailerparks. Straßenführungen sind vorhanden, jedoch erweckt es den Eindruck als wären die Häuser wahllos darum verteilt worden. Wikipedia würde es als Haufendorf bezeichnen. Herzlich Willkommen in Millers Creek! Die ersten drei Nächte dürfen wir bei Freunden von Christian in den Smoky Mountains verbringen. Es ist dunkel als wir den unbeleuchteten und steinigen Waldweg hinauffahren, der zum Haus von Johnny und Leanne führt. Creepy ist in diesem Moment wohl der treffendste Ausdruck! Mitten im Nichts taucht es plötzlich auf, umhüllt von abendlichem Nebel. Das sind die Orte an denen in Filmen plötzlich der Mann mit der Kettensäge um die Ecke kommt! Ein erster Eindruck, welcher bei der herzlichen Begrüßung unserer Gastgeber sofort in Staub zerfällt. Wir bekommen direkt ein erstes Bier geöffnet und dürfen uns eines der beiden Gästezimmer aussuchen. Doch keine Massenmörder, was ein Glück. Zwei Stunden später übermannt uns der Jetlag.

ANTIQUES ON MAIN & BOONDOCKS – EIN SONNTAG IN WEST JEFFERSON

Durch die Zeitumstellung gewinnen wir über Nacht eine Stunde dazu und fallen am Sonntag Morgen erholt aus dem Bett. Vor der Haustür die freie Natur mit einem großartigen Panorama über die Smoky Mountains. Zeit die Umgebung zu erkunden und Käsesandwich zu essen. Um kurz nach 12 nehmen wir einen Platz bei Boondocks Brewing ein. Wagemutig kämpfe ich mich durch die Craft Beer Karte und bestelle ein Bell’s Amber Ash. Auf gefühlten 73 Monitoren laufen 217 verschiedene Football-Spiele. Dazu kommen die bestellen Starters auf den Tisch: Pretzel Bread Sticks. Warme Laugenstangen mit einer würzigen Bier-Käse-Sauce. Ich finde so sollte jeder Sonntag starten! Zum Hauptgang wird ein Cranberry Turkey Sandwich mit Süßkartoffel-Pommes zum hauseigenen Bier kredenzt und ich fühle mich wie die Made im Speck! Den restlichen Tag verbringen wir im Antique Store “Antiques on main” und dem Carolina Country Wines Spirituosenladen. Stundenlang stöbere ich zwischen abgefahrenen Biersorten und Antiquitäten umher. Dabei fällt es deutlich schwer das angesparte Reisgeld nicht direkt am ersten Tag auf den Putz zu hauen. Zurück in den heimeligen vier Wänden unserer Gastgeber wird nach einem ausschweifenden Besuch im Supermarkt ein klassich deutsches Gericht aufgetischt. Christian’s Wiener Schnitzel mit Jägersoße und Pommes kommt bei Johnny und Leanne extrem gut an und bringt einen Hauch Heimat nach North Carolina. Darauf sieben Bier und ein Bett!

WILKESBORO – ANTIQUE STORES, COPPER BARREL & DOOLEY’S

Auch der darauffolgende Tag steht ganz im Zeichen des guten Essens und Antiquitäten-Shoppings. Wir strecken dem Regenwetter den Mittelfinger entgegen und kehren im Dooley’s Wilkesboro ein um Burger zu essen und Bier zu trinken. Letzteres ist in Amerika dank des Zauberwortes “Light” ganz ohne schlechtes Gewissen möglich. Light bedeutet hier nämlich nicht weniger Alkohol, sondern reduzierte Kalorien! Etwas was Deutschland in meinen Augen ganz zwingend einführen sollte. Aber zurück zum Essen. Da wird man eher mit einem schlechten Gewissen konfrontiert. Die Starters würden in unserer Heimat nämlich gut und gerne als eine üppige Hauptspeise durchgehen. Wieder einmal habe ich mich klar verschätzt und im Nachgang an die Chilli Chips & Cheese schwer mit dem Mac & Cheese Burger zu kämpfen. Zum Setzen der doch recht beachtlichen Portion ziehen wir weiter zur Copper Barrel Distillery –  dem “Moonshine Capital of America”. Schnaps schafft ja bekanntlich Abhilfe beim überfressenen Zustand. Für gerade mal 10$ gibt es nicht nur Schnaps-Tasting, sondern auch eine geführte Tour durch die bekannte Brennerei. Ich befasse mich stattdessen lieber mit der Merch und den preisgekrönten Moonshiners im Verkaufsraum und gönne mir einen Flachmann für die Handtasche. Der Abend endet mit einem Mix aus Lasagne und Rigatoni al Forno. Ein weiterer kulinarischer Ausflug für unsere Gastgeber, der Anklang findet. Ich beginne mich an die Ruhe in den Smoky Mountains zu gewöhnen, als der letzte Morgen in Millers Creek anbricht.

USA TRIP – MIT DEM MIETWAGEN NACH NASHVILLE

Der Abschied fällt schwer, als wir nach einem letzten gemeinsamen Essen mit Leanne und Johnny in’s Auto steigen. Dank ihnen und dem beschaulichen Örtchen Millers Creek durfte ich die USA fernab von touristischen Plätzen und Großstädten kennenlernen. Eine Gegend mit sehr viel Charme, bei der die Hunde und Ziegen der Bewohner frei auf der Straße herumlaufen und den Weg der wilden Rehe und Hirsche kreuzen. Jedes Dorf hat mindestens fünf Kirchen, auch wenn es noch so klein ist und Patriotismus wird ganz groß geschrieben. Die Supermärkte haben sieben Tage die Woche geöffnet und öffentliche Toiletten sind nicht nur sauber, sondern auch kostenlos. Einzig und allein die Klospülung stellt zu Beginn der Reise eine Herausforderung für mich dar. Würde man jetzt noch die vielen Plastiktüten in den Läden abschaffen, könnte ich mir durchaus vorstellen in diesem Land zu leben. Ich möchte mehr sehen von Amerika und so ziehen wir weiter. Es wartet ein lange Reise auf uns bei der wir eine weitere Stunde dazugewinnen. Über den Blue Ridge Parkway Drive verlassen wir den Staat North Carolina und fahren in Richtung Tennessee. Nashville Calling! Ich freue mich auf den Broadway, Live-Bands und Countrymusik, aber zuerst heisst es Natur genießen, denn der Ausblick über die Smoky Mountains ist atemberaubend und unglaublich idyllisch! Eine Fahrt die man genießen und bei der man möglichst viel Zeit für Zwischenstopps einplanen sollte.

USA TRIP – FOLLOW ME AROUND MILLERS CREEK

TO BE CONTINUED …

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