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Reisetagebuch USA Trip – Nashville Tennessee

6. November 2018 – Es ist spät am Abend als wir zum ersten Mal das Batman Building zu Gesicht bekommen. Nur wenige Stunden zuvor  hatte uns Johnny davon erzählt und versichert wir würden es sofort erkennen. Wie recht er hatte! Die zwei spitzen Ohren am dunklen Nachthimmel sind kaum zu übersehen. Ich fühle mich gleich viel sicherer! Jetzt wo ich weiß, dass der wohl legendärste Superheld höchstpersönlich über uns wacht. Nach knappen 7 Stunden Fahrt und dem Überqueren einer Zeitzone biegen wir in die 5th Avenue von Nashville Downtown ab. Herzlich Willkommen im Bundesstaat Tennessee, USA! Ich fühle mich winzig, als wir inmitten der Skyline unsere Unterkunft suchen! Wir halten vor einem der höchsten Gebäude der Stadt als uns die bunt beleuchteten Zahlen förmlich entgegenspringen. 505 – wir sind da!

UNSERE UNTERKUNFT IN NASHVILLE – STAY ALFRED AT 505

Wir öffnen die Tür und mir stockt der Atem! Das Apartment ist nicht nur größer als meine eigene Wohnung, sondern auch ähnlich gut ausgestattet. Küche mit Geschirrspüler, Kühlschrank und Kaffeemaschine, Flatscreen TV und kostenfreies Wlan – da kann man wirklich nicht meckern! Neben der stilbewussten und modernen Inneneinrichtung bin ich aber vor allem von den riesigen Fensterfronten begeistert. Bis zum Boden reicht die Verglasung und bietet einen sensationellen Ausblick auf Nashville Downtown. Reicht einem die eigene Ferienwohnung nicht aus, bietet einem das 7. Stockwerk einen gemütlichen Loungebereich mit Fitnessraum und Außenpool. Im Stay Alfred at 505 lässt es sich durchaus gut leben und  das sogar super zentral! Broadway, Nissan Stadion und Bridgestone Arena befinden sich direkt um die Ecke. Zusätzlich gibt es im nahen Umkreis  jede Menge Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants. Gleich am nächsten Morgen machen wir uns auf die Suche nach einem schönen Café zum Frühstücken. Wir kehren bei Dunn Bros Coffee ein, wo ein Bacon Grilled Cheese Sandwich sehnlichst auf mich wartet. Danach geht es weiter zum legendären Broadway von Nashville. Countrymusik von früh bis spät – wie sehr habe ich mich darauf gefreut!

MUSIC CITY NASHVILLE – COUNTRYMUSIK AM BROADWAY

Ich bin überfordert mit der vielen Leuchtreklame des Broadways und dem riesigen Angebot an Cowboyboots bei Boot Barn. Es fällt mir schwer hier nicht direkt mein ganzes Geld auf den Putz zu hauen. So viele Westernstiefel habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen. Dazu karierte Hemden und Cowboyhüte. Genau so hatte ich mir das vorgestellt! Bevor wir unser erstes Bier im Honky Tonky Central trinken, laufen wir einmal den gesamten Broadway ab. Vorbei am Johnny Cash Museum, weiter zum Cumberland River, von wo aus man beste Sicht auf das Stadion der American Footballmannschaft Tennessee Titans hat. Genug Sightseeing – Zeit für Live-Musik. Vanessa Dawn Rogers und Band untermalen musikalisch mein Hap & Harry Lager Beer für 9 Dollar. Gönn dir! Wie oft kommt man schon so jung zusammen und das auch noch in Amerika?! Die Stimmung im Honky Tonky Central ist ausgelassen. Liegt irgendwie aber auch nahe, wenn vor 12 schon Bier getrunken wird. Die Zeit vergeht wie im Flug und wir bekommen langsam aber sicher Hunger. Christian navigiert uns zielsicher zu Puckett’s, wo wir von einem starken Räucherduft in Empfang genommen werden. Der Smoker läuft schon seit Stunden auf Hochtouren! Ich bin nicht wirklich überzeugt und fange direkt an zu zicken. Vollkommen gerechtfertigt wie ich finde! Immerhin ist es vorauszusehen, dass sich der Geruch innerhalb kürzester Zeit in meiner Kleidung festsetzen wird. Einmal zurück im Koffer würde der Gestank sofort auf den Rest meiner Garderobe überspringen. Somit würde ich den restlichen Urlaub riechen wie ein geräuchertes Schwein. Ich ertrinke meinen Kummer in einem frisch gezapften Bier und gebe die Bestellung “Piggy Mac” auf. Kurze Zeit drauf wird eine heisse Pfanne mit Cherry Wood Smoked Pulled Pork kredenzt. Darauf ein Topping aus Smoked Mac’n Cheese. What the fuck! Foodporn deluxe verpackt in 53.962 Kalorien. Ich scheisse auf das geräucherte Schwein im Koffer während sich Piggy Mac in mein Geschmacksgedächtnis einbrennt. Der Abend endet mit einem letzten Bier bei Tootsies und einem großartigen Panorama über den Broadway.

JACK DANIEL’S TOUR IN LYNCHBURG

Am darauffolgenden Tag werde ich in den frühen Morgenstunden von der Kehrmaschine geweckt. Vorbildlich beseitigt sie die Überbleibsel langer Broadwaynächte, um die Straßen für das arbeitende Volk vorzubereiten. Beim ersten Kaffee im Apartment kann ich direkt auf unser Restaurant vom Vorabend schauen. Puckett’s in Nashville scheint auch Frühstück anzubieten! In meinem Augen eine gute Idee vor dem geplanten Ausflug zu Jack Daniel’s. Stichwort Grundlagen schaffen! Nach einer etwas längeren Bedenkzeit bestelle ich “Bubba’s Eggs Benedict”. Die wohl beste Entscheidung meines Lebens! Der Mix aus Kartoffeln, Bacon, englischem Biscuit, Eiern und White Pepper Gravy war mit Abstand das herausragendste Frühstück das ich je hatte! Die beste Basis für einen Ausflug zum Ursprung der wohl bekanntesten Whiskeymarke.  Wir verlassen die Stadt und fahren an den Arsch Amerikas! Die Fahrt nach Lynchburg erinnert mich ein bisschen an meine Farmville-Zeiten auf Facebook! Es ist schön hier draussen! Ich bin fasziniert von der Natur und den großen Weiden der Ziegen und Kühe. Nach einer knappen Stunde Fahrtzeit betreten wir das Werksgelände von Jack Daniel’s. Im Rahmen der Dry County Tour dürfen wir für 14 Dollar einen Blick hinter die Kulissen der Destillery werfen und bekommen Einsicht in die Herstellung und Geschichte des bekannten Whiskeys. Für 70 Minuten dürfen wir die Höhlenquelle besuchen, mehr über die eigens hergestellte Holzkohle erfahren und die Nase in die Maische des Old No. 7 hängen. Wer danach auch gleich noch am Tasting teilnehmen möchte, muss lediglich 3 – 8 Dollar mehr bezahlen. Ein gutes Essen gibt es dagegen mit Tour und Tasting für insgesamt 75 Dollar. Für mich reicht die Tour vollkommen aus und obwohl ich selbst kein Whiskeyfan bin, bin ich durchaus begeistert!

MUSIKKULTUR, NACHTLEBEN UND ESSEN IN NASHVILLE TENNESSEE

Zurück in Nashville stürmen wir erneut den Broadway und wühlen uns im Ernest Tubb Record Shop durch alte Country-Platten. Eine ganz eigene Welt, die aber durchaus ihren Charme versprüht. Die Bars füllen sich und auch wir suchen eine geeignete Location für das wohlverdiente Feierabendbier. Wir entscheiden uns für’s Jason Aldean’s und wandern ziestrebig auf die Dachterasse. Hier bietet sich uns ein großartiges Panorama über den Broadway mit bester Sicht auf das Batman Building. Dazu eine weitere gelungene Live-Band, die ordentlich Stimmung macht. Mein Herz schlägt höher – hier fühl ich mich wohl! Nicht nur wegen der Musikkultur und des pulsierenden Nachtlebens, auch wegen des Frühstücks! So sitzen wir am darauffolgenden Tag erneut bei Puckett’s und ich bestelle wieder “Bubba’s Eggs Benedict”. Man kann es nicht beschreiben, man muss es gegessen haben!

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