Meine Meinung, OOTD

Highway to Hell – Wenn der Blog zum Albtraum wird!

Werbung/ Sieben Jahre ist es nun her, dass auf Lavie Deboite der erste Blogbeitrag in die große weite Welt geschossen wurde. Eine Zeit, in der ich ein relativ unbeschwertes Leben geführt habe. Meine größte Sorge: nicht genügend Zigaretten in der Handtasche zu haben. Heute habe ich aufgehört zu rauchen, dafür aber ganz andere Probleme! DSGVO, Schleichwerbung und Steuererklärung mit Kleingewerbe! Ich habe das Gefühl es nimmt kein Ende! Kaum ist eine Baustelle abgehakt, folgt aus dem Nichts die nächste. Meine Ressourcen neigen sich sowohl zeitlich, als auch fachlich, dem Ende zu. Eine Entwicklung mit der ich 2011 niemals gerechnet hätte und eine Tatsache, die mir mehr und mehr die Freude am Bloggen und somit auch meiner größten Leidenschaft nimmt. Wäre ich Vollzeit-Blogger, könnte ich nachvollziehen, dass ich mich mit gewissen Thematiken befassen muss. Mein Blog bleibt aber, nach wie vor, zum größten Teil eine intensive Freizeitbeschäftigung! Bezahlte Kooperationen halten sich in Grenzen und decken am Ende gerade mal meine laufenden Kosten für Equipment, Domain und Reisekosten. Vom zeitlichen Aufwand ganz zu schweigen! Trotz allem musste ich mich in den vergangenen Wochen ausgiebig mit neuen Gesetzen beschäftigen und mich, nach der Arbeit, regelmäßig in neue Sachverhalte einlesen – immer in der Angst etwas zu übersehen. Allein die neue Datenschutzgrundverordnung raubte mit den letzten Nerv! Als Laie fast ein Ding der Unmöglichkeit. Wie soll man diese Herausforderung meistern, wenn selbst große Konzerne, mithilfe kompetenter Anwälte, im Dunkeln tappen? Es ist also eher eine Frage bei was es sich um das kleinere Übel handelt! Zahle ich viel Geld an einen Anwalt, um eine rechtskonforme Datenschutzverordnung aufzusetzen oder zahle ich viel Geld an einen Anwalt, um mich zu verteidigen?!

DSGVO UND SCHLEICHWERBUNG – WO SOLL DAS NOCH HINFÜHREN?

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WENN TRANSPARENZ DURCH KENNZEICHNUNG VERLOREN GEHT!

Das alles sind Dinge, von denen reine Follower meist nichts mitbekommen. Wie viel Arbeit man in solche Projekte stecken muss und wie viel Zeit und Nerven sie einen kosten gelangt nur selten an die Öffentlichkeit. Das Ausmaß solcher Änderungen kaum greifbar für Menschen, die sich mit solchen Themen nicht befassen müssen. Tatsächlich aber auch für mich immer wieder eine riesen Hürde. So habe ich es gerade erst geschafft Impressum, DSGVO und Co neu aufzusetzen, als schon der nächste Arschtritt folgt. Eine Abmahnung für Bloggerkollegin Vreni Frost. Die Gründe hierfür in keinster Weise nachvollziehbar, der Vorwurf der Schleichwerbung absolut lächerlich. An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass ich zu Beginn meiner Bloggerlaufbahn vor allem mit einem glänzen konnte … Unwissenheit! Dass man mit solch einer Plattform Geld verdienen und sein Hobby zum Beruf machen kann, war mir schlichtweg nicht bewusst. Ich wollte mich lediglich etwas austoben und meine Mitmenschen unterhalten, sowie inspirieren. Bei Outfits war es an der Tagesordnung den Ursprung der präsentieren Teile zu erläutern und den Lesern mitzuteilen wo sie das jeweilige Must-Have käuflich erwerben können. In meinen Augen eine Tätigkeit, die nicht unter den Begriff “Schleichwerbung” fällt. Diese wird, für gewöhnlich, nämlich entlohnt – in Form eines Budgets oder eines PR Samples. Ist dies nicht der Fall, da man das Outfit mit seinem hart erarbeiteten Geld selbst gekauft hat, hat der Blogger meines Wissens keinen Vorteil! Somit würde ich selbst einen solchen Beitrag in keinster Weise als Schleichwerbung auffassen. Da Vreni Frost nun aber genau aus solchen Gründen vor die nächste Instanz ziehen muss, scheint es Institutionen zu geben, die das anders sehen. Eine einstweilige Verfügung soll ihr untersagen, auf Instagram Marken zu taggen, ohne auf einen werblichen Charakter des Beitrags zu verweisen. Meines Erachtens nicht nur ein großer Fehler, sondern reinster Bullshit. Wo in den vergangenen Jahren eine nachvollziehbare Tranzparenz geschaffen wurde, herrscht seit kurzem das Gegenteil. Um auf Nummer sicher zu gehen, kennzeichnen Influencer jeden Beitrag. Damit kann man am wenigsten falsch machen. Eine Transparenz ist somit in keinster Weise gegeben. Unbeteiligte fühlen sich nicht abgeholt und Blogger verlieren nicht nur die Übersicht, sondern auch die Lust!

Eine Tatsache, die ich unterschreiben kann! Ich habe kein Problem damit transparent zu sein – ich halte es vielmehr für essentiell. Die aktuelle Rechtslage, die im Untergrund entstanden zu sein scheint, lässt dies aber nicht mehr zu. Stattdessen zwingt sie uns in die Knie, lässt uns unglaubwürdig wirken und demütigt unser hart erarbeitetes Medium. Ich muss entscheiden, ob ich all die schönen Dinge, die ich durch den Blog erfahren habe aufgebe, oder Gefahr laufe, dass mich der Blog, durch neue Paragraphen, finanziell ruiniert. Das alles, obwohl ich weder an den Daten meiner Leser interessiert bin, noch daran mit dem Bloggen meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ich wollte immer nur etwas machen was mir Freude bereitet. Etwas, womit ich gewisse Bereiche meines Lebens ausgleichen und eventuell auch Mitmenschen inspirieren, informieren oder unterhalten kann. Seit sieben Jahren opfere ich nun schon einen Großteil meiner Freizeit um eine Hassliebe aufrecht zu erhalten. Etwas was mir in den letzten Jahren so viel gegeben hat! Echte Freundschaften, unvergessliche Erlebnisse und so viel Wissen, das ich mir selbst erarbeitet habe. Heute habe ich das Gefühl der Blog raubt mir von Tag zu Tag mehr Lebensqualität. Das schlimme daran? Es liegt weder an der Plattform, noch an meiner Person oder meinem Umfeld. Es liegt schlichtweg an einer Rechtslage, die der heutigen Zeit schon längst nicht mehr gerecht wird! Die kommenden Wochen werde ich also damit verbringen 787 Instagram-Bilder und 771 Blogbeiträge auf rechtskonforme Inhalte zu überprüfen. Während “echte” Werbebeiträge von Anfang an gekennzeichnet waren, werde ich nun auch die Beiträge mit Markennennung als Anzeige kommunizieren. Dass damit wirklich keinem geholfen ist wird sich sicher bald zeigen! Ahoi!

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6 Comments

  • Reply FiosWelt 21. Juni 2018 at 13:50

    Du sprichst mir aus der Seele. Ich finde es auch traurig und es sorgt für viel weniger Transparenz… Das nimmt eben echt die Lust.

    • Reply Lavie 2. Juli 2018 at 21:35

      Ja aktuell macht es einfach keinen Spaß. Da weiß man aber ja auch nie was man darf und was nicht, was noch zu ändern und was zulässig ist.

  • Reply Liz MiniMe 21. Juni 2018 at 14:08

    Word!!
    Es ist einfach nur grusselig. Ich weiß, das Thema ist nicht neu, Nur das es jetzt irgendwelche Hampelmänner verwenden um mit Abmahnungen Kohle raus zu schlagen… echt ätzend!
    Die DSGVO war ja iiiiiirgendwie noch sooo halbwegs mit Sicherheit im Netz… und so… naja…du weißt schon… zu verargumentieren, aber das jetzt ist echt bekloppt.
    Ich mach also auch immer Werbung. Dann eben halt für mich… oder wie?
    Mal sehen wie ich damit weiter umgehe, denn du hast total recht, das nimmt einem tatsächlich die Luft zum Bloggen! Und das wo es doch so viel Spaß macht – eigentlich!
    Viele liebe Grüße

    • Reply Lavie 2. Juli 2018 at 21:36

      Ich würde mir auch mal etwas mehr Tranzparenz wünschen! Aber wir werden über Neuerungen ja auch immer noch so halb aufgeklärt und pötzlich ändert sich von jetzt auf nachher wieder alles und man weiß überhaupt nicht mehr woran man ist. Da bin ich wirklich froh, dass es nicht nur mir so geht meine Liebe!

  • Reply lisi ledbetter 22. Juni 2018 at 10:54

    wenn alles werbung ist, dann ist plötzlich nichts mehr werbung. unendlich schade für kreative köpfe wie dich! super, dass du durchbeißt.

    • Reply Lavie 2. Juli 2018 at 21:37

      Wie recht du hast! Ich sehe das wirklich genau so. Gewonnen hat man dadurch rein gar nichs!

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